Einklang mit der Natur

Was ist Geomantie?

Die Jahreszeiten, das Klima, der Lauf der Sonne und der Planeten, das Zu- und Abnehmen des Mondes, Tag und Nacht - diese Rhythmen der Natur beschäftigen den Menschen seit Urzeiten. Am Anfang aller menschlicher Kultur stand die Beobachtung der Natur. So ist die Geomantie entstanden: als das Wissen um die Kräfte und Energien der Erde. Es ist das älteste europäische Wissens- und Weisheitssystem, vergleichbar mit dem chinesischen “Feng Shui” und dem indischen “Vastu Veda”. Das Wort “Geomantie” selbst freilich ist ein modernes Kunstwort: es setzt sich zusammen aus dem griechischen “Geo” für Erde und dem lateinischen “Mantik” für deuten, schauen, wahrsagen.

Geomantie in alter Zeit

Geomantie ist die alte Wissenschaft von den Wechselbeziehungen zwischen den Energien von Erde, Kosmos und Mensch. Am Anfang der Menschheitsentwicklung waren wir alle Jäger und Sammler und pflegten eine nomadische Lebensweise. Die Völker folgten bei ihren Wanderungen dem “Geist der Erde”, symbolisiert als Schlange oder Drachen. Die Menschen hatten ein intuitives Gespür für diesen “Erdgeist” und verehrten die Orte, an denen er spürbar war. Sie gaben dieser besonderen Kraft Namen: “Chi” (China), “Prana” (Indien), “Mana” (Polynesien), “Pneuma” (antikes Griechenland) - übersetzt im allgemeinen als “Lebenskraft”. ein uns vertrautes Bild stammt aus der Bibel: Gott haucht dem ersten Menschen (Adam) seinen Atem (Odem) ein und macht ihn damit zu einem lebendigen Wesen.

Vor etwa 10.000 Jahren wurden die Menschen in vielen Teilen der Welt sesshaft. Sie siedelten sich in festen Dörfern an und fingen an, erste Städte zu bauen. Da sie nun nicht mehr dem Erdgeist umherwandernd folgen konnten, musste dieser in die menschlichen Siedlungen geholt werden, seine Lebenskraft für Ackerbau, Viehhaltung und die menschliche Gemeinschaft an einem bestimmten Ort wirksam werden können. Jede Siedlung hatte daher eine räumliche Mitte, die zugleich auch geistiges Zentrum war. Dies ist der Ursprung aller sakralen Bauten. Hier verbanden sich die Kräfte von Himmel und Erde, Geist und Materie, symbolisiert durch Säule, Lanze, Weltenachse oder Himmelsleiter. Am Anfang der menschlichen Kultur stand der Wunsch, die Kräfte von Aufbau und Zerstörung durch menschliche Tätigkeiten auszugleichen und somit die kosmische Ordnung immer wieder herzustellen. Dies war der Anfang geomantischen Wirkens. Aus dieser Intention und den damit gemachten Erfahrungen wurde ein Wissens- und Weisheitssystem, das über Jahrtausende hinweg die Grundlage für die Planung von Tempeln und Kirchen, Burgen und Schlössern, Städten, Gärten und Parks war. Die Städte der alten Hochkulturen waren immer ein Abbild des Kosmos.

Geomantie in der Moderne

Im Zuge der Aufklärung ging das geomantische Wissen in Europa verloren. Ergebnis der materialistischen Weltsicht sind die heute weltweiten Umweltzerstörungen. Im modernen, westlichen Weltbild wird nur die physische Welt anerkannt. Die Seele und das Heilige sind - weitgehend - aus unserem Denken verschwunden. Die Natur wird aus einem reinen Nützlichkeitsdenken heraus betrachtet, ihre Bestandteile: Mineralien, Erdöl, Salz, Pflanzen und Tiere (sowie deren Gene) als “Ressourcen” angesehen, die der Mensch bedenkenlos ausbeuten darf.

Eine Ökologie, die auf technisch machbaren Umweltschutz reduziert wird, kann den Konflikt zwischen den Nutzungsinteressen des Menschen einerseits und dem Selbstwert der Natur, den Gefühlen von Achtung, Respekt und Ehrfurcht vor Gottes Schöpfung, nicht lösen. Wir brauchen eine neue spirituelle Weltsicht, die Mensch, Natur und Kosmos (wieder) verbindet. Unser Heilsein als Menschen hängt auf’s engste mit dem Heilsein der Erde zusammen.

Interessanterweise kehren nun, am Beginn des 21. Jahrhunderts viele traditionellen Lehren und Weltbilder wieder ins Bewusstsein des Menschen zurück. Parallel dazu entdecken Teile der modernen Wissenschaften wie die Kybernetik, die Quantenphysik und die Biophysik, das alte Wissen auf neue Weise. Die Weltsicht, dass wir in einem ganzheitlichen Kontinuum leben, wo alles mit allem verbunden ist, wo jedes Teil mit den anderen Teilen verwandt ist, wo die kleinste Tat oder auch nur ein Gedanke das Ganze verändern kann - ist Erkenntnis dieser modernen Wissenschaftszweige und gleichzeitig Wissen aus den alten Weisheitslehren.

Die Aufgabe der heute lebenden Generation ist die Schaffung einer zukunftsfähigen Lebenskultur. Die moderne Geomantie wird ihren Platz als “beseelte Ökologie” darin einnehmen.

Mein Angebot:

Ich biete Geomantie-Kurse und -Wanderungen im Großraum Stuttgart an. Ich arbeite mit folgenden Methoden:

  • die Beobachtung der Natur
  • das Spüren und Fühlen in der Landschaft
  • innere, geistige Schau
  • die Arbeit mit Analogiesystemen
  • Körperarbeit
  • stille und geführte Meditation

Konkrete Angebote: siehe unter Termine.

J.Borchert © 2009